Feuerwehr Haiterbach

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Aus der Geschichte der Feuerwehr Haiterbach

Im Jahr 1864 wurde mit der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr das Feuerwehrwesen in Haiterbach neu organisiert. Ein genauer Gründungstag steht nicht fest. Der erste Eintrag ins Kassenbuch erfolgte am 28. Juni 1864.

Aus einem Gemeinderatsprotokoll vom 25. Mai des gleichen Jahres ist zu entnehmen, dass nachdem Haiterbacher Bürger beabsichtigten eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen, für die Beschaffung von Ausrüstungsgegenständen von der Stadt 300 Gulden bewilligt wurden. Weitere 300 Gulden bewilligte der Gemeinderat am 16. September 1864.

Alle übrigen Aufzeichnungen über die Anfänge der Feuerwehr in Haiterbach vor dem Jahr 1931 fielen dem Rathausbrand vom 10. Mai 1945 zum Opfer. Die mündlichen Überlieferungen aus dieser Zeit wurden in der Festschrift anlässlich des l00-jährigen Jubiläums der Freiwilligen Feuerwehr Haiterbach vom ehemaligen Rektor Franz Hynek erstmals niedergeschrieben.

Ab 1931 wurden die Ereignisse in einem Protokollbuch dokumentiert:
1896: Ein verheerendes Großfeuer, der sogenannte Burgbrand, vernichtete 14 Häuser; 21 Familien verloren ihr zu Hause.
Von 1900-1911 betrug die Stärke der Wehr 200 - 250 Mann.
1902: Das "Lamm" brannte mit einigen weiteren Gebäuden ab.
1905: Eine bedeutende Erleichterung auch für die Feuerwehr brachte die Verlegung der Wasserleitung mit 50 Hydranten. 4 Hydrantenwagen wurden angeschafft.
1906: Überlandbrandhilfe in Nagold anlässlich des Einsturzes des Gasthauses zum "Hirsch".
1908 und 1915: Einsatz in Beihingen, wo beidemale einige Häuser abbrannten.
1914: Brand bei Philipp Rothfuß, Bäcker, dessen zwei Häuser vernichtet wurden.

50-jähriges Jubiläum
Am 14. Juli 1914, kurz vor Mobilmachung zum 1. Weltkrieg, wurde auf dem Bus das 50-jährige Jubiläum gefeiert. Die Wehr war in 5 Züge aufgeteilt, wobei folgende Geräte zur Verfügung standen: Für den 1. Zug 1 mechanische Leiter, Dachleitern, 4 Stockleitern, 1 Sprungtuch, 1 Rettungsschlauch. Der 2. Zug war mit 4 Hydrantenwagen der Hydrantenzug. Der 3. Zug und der 4. Zug hatten je eine Handdruckspritze. Der 5. Zug bildete die Wachmannschaft, die Absperrdienst verrichtete.

1915: Durch Blitzschlag brannten in der Beihinger Straße die Anwesen Jakob Helber und des Friedrich Brezing nieder.
1917: Die unter Säge brannte restlos ab.
1922: Dachstuhlbrand bei Wilhelm Helber, Unterer Schömberg.
1930: In Alt-Nuifra brannte das Anwesen Wilhelm Krauß ab.
1934: 70-jähriges Bestehen der Feuerwehr Haiterbach. Kommandant Ziegler bittet um Enthebung von seinem Amt. Zu seinem Nachfolger wird Johannes Graf, Zimmermeister gewählt.
1939: Anschaffung einer Ziegler Motorspritze TS 8.

Während des 2. Weltkrieges wurde das Protokollbuch nicht weitergeführt.

Auf Anordnung der Militärregierung musste im Herbst 1946 wieder eine Feuerwehr aufgestellt werden. Der Neuanfang war mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden. Zum einen fehlte das notwendige Material, zum anderen machte sich als Folge des Krieges bei den Feuerwehrpflichtigen eine Müdigkeit gegenüber dem Feuerwehrdienst bemerkbar. Die Wehr durfte nach einem Erlass der Militärregierung zunächst nur 21 Mann stark sein. Erst 1954 war die Wehr mit einer Stärke von 75 Mann wieder vollzählig.

Wichtigste Aufgabe war nach der langen Zwangspause den Ausbildungsstand wieder anzuheben.
Von den Einsätzen in dieser Zeit ist besonders zu erwähnen der Brand des Doppelwohnhauses des G. Haizmann und des Georg Theurer sowie des angebauten Hauses des damaligen stellvertretenden Kommandanten Ernst Zeiler in der Nacht vom 5. - 6. März 1955. Diese Häuser konnten nicht mehr gerettet werden. Gemeinsam mit der eingetroffenen Feuerwehr Nagold gelang es jedoch ein Übergreifen auf die Nachbarhäuser zu verhindern.

Für den zurückgetretenen Kommandanten Graf wurde 1956 dessen bisheriger Stellvertreter Ernst Zeiler zum Kommandanten gewählt. Zum stellvertretenden Kommandanten wurde Willi Renz gewählt.
Neben den Einsätzen und Übungen wurde auch der Kontakt zu den Nachbarwehren gepflegt. So wurde immer wieder von Besuchen und Feuerwehrfesten in der näheren und weiteren Umgebung berichtet. 1964 war dann die Feuerwehr Haiterbach Gastgeber. An drei Tagen wurde das 100-jährige Bestehen gefeiert.

Die vergangenen 25 Jahre  

"Haiterbachs Feuerwehr ist modern geworden!"
Unter diesem Motto stand 1968 die Übergabe des neuen Tanklöschfahrzeugs durch Bürgermeister Hugo Meroth an den damaligen Kommandanten Ernst Zeiler. Die Schlagkraft der Wehr bei Bränden wurde durch dieses Fahrzeug deutlich erhöht.

Zunehmend wurde die Feuerwehr aber auch zu technischen Einsätzen gerufen. Diesen neuen Anforderungen wurde 1978 mit der Anschaffung eines LF 16 Rechnung getragen. Am 1. Juni 1978 konnte Haupt-Kommandant Helmut Renz aus den Händen von Bürgermeister Meroth die Schlüssel des neuen Löschfahrzeugs in Empfang nehmen. Dieses Fahrzeug kam in den folgenden Jahren besonders auch bei Verkehrsunfällen zum Einsatz. Für das vom TÜV abgesprochene Tragkraftspritzenfahrzeug Ford FK 1250 (Bj. 1961) musste Ersatz beschaffen werden. 1982 wurde deshalb ein neues TSF angeschafft.

Alle Fahrzeuge wurden mit Funkgeräten ausgestattet. Zusammen mit den Handfunksprechgeräten ist damit die Kommunikation bei Einsätzen und Übungen gewährleistet. Nachdem die räumlichen Verhältnisse im Feuerwehrgeräthaus in der Poststraße in keinster Weise mehr den Anforderungen genügten, beschäftigte man sich bereits ab 1979 mit den Fragen des Standorts für ein neues Gerätehaus. Schließlich wurde von der Stadt das ehemalige Betriebsgelände der Firma Schuon im Breitenäckerweg gekauft. Am 18. Februar 1984 konnte die Feuerwehr in das ehemalige Gebäude der Fa. Schuon umziehen. Schon damals wurde sowohl seitens der Stadt als auch seitens der Feuerwehr deutlich gemacht, dass dies nur eine Übergangslösung sein konnte.

1986 wurde mit dem Bau des neuen Gerätehauses begonnen. Nach gut I-jähriger Bauzeit konnte 1987 die Feuerwehr in ihre endgültige Bleibe umziehen. Die zukunftsorientierte Lösung bietet auf lange Sicht optimale Voraussetzungen für die Gesamtwehr und unterstreicht die Aufgeschlossenheit der Stadtverwaltung gegenüber den Belangen der Feuerwehr.

Personen

Nach 40 Jahren aktiven Feuerwehrdienstes, davon 15 Jahre als Kommandant, bat Ernst Zeiler in der Hauptversammlung 1970 um Ablösung von seinem Amt. In Würdigung seiner Verdienste wurde er zum Ehrenkommandanten ernannt.

Zu seinem Nachfolger wurde Helmut Renz gewählt.

Im Zuge der Gemeindereform änderte sich nach und nach auch die Organisation der Feuerwehr. Es entstand eine Gesamtwehr, die entsprechend der Anzahl der Stadtteile in 4 Abteilungen untergliedert ist. Zum ersten Hauptkommandanten der Gesamtwehr wurde 1975 Helmut Renz gewählt. Die Führung der Abteilung Haiterbach übernahm als dessen Nachfolger der bisherige Stellvertreter Willi Renz.
Nach 20-jähriger Tätigkeit als stellvertretender Kommandant und 5 Jahren als Abteilungskommandant wurde Willi Renz 1980 aus dem aktiven Feuerwehrdienst verabschiedet und gleichzeitig zum Ehrenkommandant ernannt. Nachfolger wurde Hans Stöffler, der dieses Amt bis zu seiner Wahl zum Hauptkommandant Ende 1985 inne hatte. Seither leitet Hans Schwab die Abteilung Haiterbach. 1985 verließ Helmut Renz die Kommandobrücke der Feuerwehr Haiterbach. Nach 5 Jahren als Kommandant der Abteilung Haiterbach und 10 Jahren als Kommandant der Gesamtwehr wurde auch er zum Ehrenkommandant ernannt.

Waren auch die Aufgaben seit der Gründung über den Wiederaufbau nach den Kriegen und den technischen Veränderungen bis hin zum Gerätehausneubau höchst unterschiedlich, so wurde und wird von allen gleichermaßen persönlicher Einsatz, Idealismus und Bereitschaft zum Dienst an der Allgemeinheit verlangt.

In seiner 38 jährigen Amtszeit von 1949 -1986 als Bürgermeister der Stadt Haiterbach hatte Bürgermeister a. D. Hugo Meroth immer ein offenes Ohr für die Feuerwehr und setzte sich mit großem persönlichen Engagement für deren Interessen ein. Er wurde deshalb zum Ehrenmitglied der Feuerwehr Haiterbach ernannt.
Quelle: Festbuch 125 Jahre Feuerwehr Haiterbach

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